Gibt es denn Veränderungen im Einkaufsverhalten unserer Kunden – zum Beispiel kleinere Portionen, mehr Premium, mehr Convenience?
Cristian Hartmann: Generell sehen wir eine Verschiebung in Richtung hochwertiger Ware. Natürlich spielt für viele der Preis eine Rolle, aber gerade an Weihnachten darf es lieber „ein bisschen mehr“ sein. Da wird bewusst in bessere Qualität investiert. Fertig-Convenience spielt an der Theke und auch im SB-Bereich zum Jahresende eher eine untergeordnete Rolle. Es geht nach wie vor stark um klassische Fleischstücke, die zu Hause zubereitet werden.
Marcel Fesenbeck: Im internationalen Vergleich, etwa mit den Niederlanden oder Großbritannien, ist Deutschland beim Convenience-Anteil eher zurückhaltend. Unsere Kundinnen und Kunden legen größeren Wert auf Naturware, Qualität, Herkunft und Haltungsform. Deshalb haben wir unser Sortiment an der Theke klar ausgerichtet: Schwein, Rind, Lamm und Kalb an der Bedientheke kommen aus Deutschland. Beim Schwein und Rind arbeiten wir im Basissortiment ausschließlich mit Haltungsform-Stufe 3 und Vertragslandwirten. Beim Thema Convenience wissen wir, dass zu stark vorverarbeitete Produkte – etwa fertig gefüllte Rouladen – nicht überall funktionieren, weil es einfach regionale Unterschiede bei Füllungen und Rezepturen gibt. Die klassische Naturroulade, bereits fachgerecht geschnitten, läuft deutschlandweit deutlich besser. Die individuelle Würzung und Füllung überlassen wir deshalb bewusst unseren Kundinnen und Kunden.
Gibt es denn regionale Unterschiede in den Vorlieben unserer Kunden?
Cristian Hartmann: Ja, die gibt es. In Schwaben sind zum Beispiel Saitenwürstchen mit Kartoffelsalat ein Klassiker an Weihnachten. Das ist aber nicht nur ein süddeutsches Phänomen – unsere Kolleginnen und Kollegen berichten, dass es auch in Teilen Ostdeutschlands sehr beliebt ist. Wildgerichte mit Rotkohl und Klößen sind ebenfalls typische Festessen, die regional unterschiedlich ausgeprägt sind.
Marcel Fesenbeck: Was für den Schwaben der Zwiebelrostbraten ist, ist für den Berliner vielleicht eher das Rumpsteak – jedes Gebiet hat seine „Lieblingsstücke“. Solche Unterschiede berücksichtigen wir in der Sortimentsplanung und in der Beratung vor Ort.