Heimat im Einkaufskorb 

Vom fleißigen Bienensummen auf einem Brandenburger Hausboot bis zu Quinoa aus Bayern: Der erste Kaufland-Regio-Index wirft einen spannenden Blick in die (regionalen) Einkaufskörbe der Nation. 

6. Juli 2026 | Autorin: Alisa Kohler | Lesedauer: 3 Minuten

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Regio Regal

Morgensonne über einem Gewässer in Brandenburg. Auf dem Dach eines Hausboots summt es unaufhörlich, denn hier oben leben und arbeiten rund 50 Bienenvölker. Ein Stockwerk tiefer wohnt Frank George, der bis vor Kurzem noch als Steuerberater eine Kanzlei leitete und heute den Honig für die Kaufland-Filialen in seiner direkten Nachbarschaft schleudert. Knapp 350 Kilometer weiter westlich: In einer Bochumer Traditionsmanufaktur duftet es nach frisch geräucherter Wurst, während Oliver Thiers die handwerkliche Produktion für den Tag plant. Zwei Orte, zwei völlig unterschiedliche Handwerke, aber eine gemeinsame Mission: Sie bringen das Gefühl und den Geschmack von Heimat direkt ins Supermarktregal.


Es sind Geschichten wie diese, die zeigen, dass Regionalität und regionale Produkte längst kein vorübergehendes Modeworte mehr sind, sondern das wirtschaftliche und emotionale Herz direkt vor Ort. Doch wie ticken die deutschen Verbraucher wirklich, wenn es um Lebensmittel aus dem eigenen Umkreis geht? Für den ersten „Regio-Index“ hat Kaufland Einblicke in die eigenen Verkaufsdaten des Kalenderjahres 2025 gewährt. Entstanden ist ein Porträt über veränderte Kaufgewohnheiten, krisensichere Lieferketten und eine Nation, die den Geschmack der Heimat für sich entdeckt.
 

Verlässlichkeit in Krisenzeiten: Was Kunden zu Regionalität antreibt

In Zeiten von Inflation und geopolitischen Spannungen suchen Menschen nach Beständigkeit – und die finden sie überraschend oft im Supermarktregal. Für rund 41 Prozent der Befragten hat die Wichtigkeit regionaler Produkte im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zugenommen. Besonders die junge Generation treibt diesen Trend voran: Bei den 18- bis 24-Jährigen geben sogar 51 Prozent an, dass der Kauf heimischer Erzeugnisse für sie wichtiger geworden ist.

Doch was genau bewegt die Deutschen zum gezielten Griff ins regionale Regal? Eine repräsentative Befragung unter mehr als 2.000 Verbrauchern in Deutschland liefert ein klares Stimmungsbild:

  • Unterstützung der Landwirte: Für 66 Prozent der Befragten das Hauptmotiv.
  • Frischere Produkte: Überzeugt 58 Prozent der Konsumenten.
  • Qualität und Sicherheit: Stehen für 52 Prozent im Vordergrund.
  • Klimaschutz: Wird von 28 Prozent als entscheidender Faktor genannt
Mehr als 250 Produkte stammen aus dem direkten Filialumkreis von 30 Kilometern, denn die Stärkung der Regionalität ist Kaufland ein wichtiges Anliegen. Foto: Kaufland

Interessant ist vor allem die Definition von Nähe, denn in Deutschland ist Regionalität bei weitem kein geschützter Begriff. Während 80 Prozent der Deutschen ein Produkt auch dann noch als regional einordnen würden, wenn es in einem Radius von bis zu 90 Kilometern produziert wurde, zieht Kaufland die Grenze deutlich enger. Hier gilt das strenge Versprechen: Maximal 30 Kilometer Luftlinie dürfen zwischen der Produktionsstätte und der anbietenden Filiale liegen. Erkennbar sind die Produkte dann am besonderen Regio-Herz-Etikett, das zudem genaue Auskunft über das Bundesland oder die Stadt der Herkunft gibt.

Auf der Suche nach dem Geschmack der Region

Regiostecker

 

Damit die insgesamt rund 25.000 regionalen Produkte bei Kaufland überhaupt den Weg in die deutschlandweit mehr als 790 Filialen finden, braucht es Menschen mit einem  guten Gespür für lokale Produkte und Traditionen. Hier kommen bei Kaufland die sogenannten Regio-Scouts ins Spiel, die in ganz Deutschland vernetzt sind. Eine von ihnen ist Katharina Endres, zuständig für Nordrhein-Westfalen und Teile von Rheinland-Pfalz: 

„Ich bin sozusagen das Gesicht des Unternehmens in der Region und direktes Bindeglied zwischen den lokalen Lieferanten und unseren Filialen“, erklärt sie.


Ihr Tag beginnt oft mit der aktiven Suche nach neuen Artikeln, Marktbeobachtungen oder Tipps von Filialleitern, die häufig einen guten Draht zu den Erzeugern in der Region haben. Passt ein potenzieller Lieferant in den 30-Kilometer-Radius und stimmt die Qualität, ebnet Katharina Endres den Erzeugern den Weg in die Filialen.

 

Gemeinsam mit Teresa Baumann, der Leiterin für Regionalität bei Kaufland, sorgt sie dafür, dass Vielfalt im Regal erlebbar bleibt. Für Teresa Baumann ist das Engagement von Kaufland weit mehr als eine Sortimentsstrategie: 

„Wir tragen hier eine soziale und wirtschaftliche Verantwortung und können dabei helfen, diese Betriebe zu erhalten“. 

Dass sich lokale Lieferketten auch wirtschaftlich auszahlen, zeigte sich nicht zuletzt während der Corona-Pandemie, als regionale Partner flexibel die Nudelversorgung sicherten, während globale Lieferketten ins Stocken gerieten.

Bier-Türme und Eier-Berge: Deutschlands regionale Kaufgewohnheiten

Ein Blick auf die Verkaufszahlen im Regio-Index bringt regionale Eigenheiten und kuriose Spitzenwerte zutage. Im bundesweiten Durchschnitt arbeiten 23 lokale Lieferanten mit einer einzelnen Kaufland-Filiale zusammen, in der Spitze sind es sogar bis zu 130 Partner. Die durchschnittliche Entfernung zum Erzeuger beträgt dabei gerade einmal kurze 21,6 Kilometer.


Die regionalen Highlights im Städte-Vergleich
 

  • Dresden – Die unangefochtene Regio-Hauptstadt: Nirgendwo wird so konsequent regional eingekauft wie an der Elbe. In den Spitzen-Filialen enthält fast jeder dritte Einkauf einen Artikel aus der Umgebung, allen voran gekühlte Feinkostartikel.
     
  • Magdeburg – Der Eier-Turm im Mount-Everest-Format: Eier belegen bundesweit Platz 3 der beliebtesten Regio-Produkt, doch Magdeburg schießt im sprichwörtlichen Sinne den Vogel ab. Würde man alle dort innerhalb eines Jahres verkauften regionalen Eier aufeinanderstapeln, ergäbe das einen Turm von 8,6 Kilometern Höhe und damit fast so hoch wie der Mount Everest.
     
  • Bremen – Der Burj Khalifa aus Bierfässern: Überraschend, aber im regionalen Gerstensaft macht den Bremern niemand etwas vor. Die verkaufte Menge entspricht 1.620 klassischen Keg-Fässern. Übereinandergestapelt erreicht dieser Bierturm eine Höhe von 972 Metern und überragt damit sogar das höchste Gebäude der Welt.
     
  • Mainz – Die weinselige Metropole: Als Wein-Hauptstadt der Nation verzeichnet Mainz den höchsten Anteil an regionalen Weineinkäufen. Das Gesamtgewicht der edlen Tropfen beläuft sich auf fast 72 Tonnen, genug, um zwei schwere 40-Tonner-LKW komplett zu beladen.
     
Aufgeschnittene Wassermelone

Sogar kulinarische Exoten wachsen mittlerweile direkt vor der Haustür: Für Wassermelonen, Chiasamen und Quinoa muss man nicht etwa auf Exportware zurückgreifen, man bekommt sie auch aus Baden-Württemberg oder Bayern.
Auch wenn die Produktvielfalt groß ist, ist Regionalität bei Kaufland noch lange nicht am Ziel angekommen. 

Die Vision von Teresa Baumann für die kommenden Jahre ist klar definiert: In jeder einzelnen Filiale soll es für strategische Fokus-Warengruppen wie Eier oder Honig einen perfekt funktionierenden, regionalen Lieferanten geben.
Der Regio-Index zeigt schon heute, dass die Kunden bereit dafür sind und das Konzept der extrem kurzen Wege leben. Heimat kann man eben doch schmecken.
 

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