Mit der Herausforderung der Überfischung befasst sich der Marine Stewardship Council (kurz MSC). Den meisten Menschen, die regelmäßig Fisch essen, wird das MSC-Siegel bereits begegnet sein: Es kennzeichnet Produkte aus zertifizierter, nachhaltiger Wildfischerei. Kaufland ist bereits seit vielen Jahren im aktiven Austausch mit MSC und hat ein breites Angebot an zertifizierten Fischprodukten nach den Kriterien des MSC im Sortiment. „Wir als Händler wollen, dass Fisch mit gutem Gewissen verzehrt werden kann, da es sich um ein gesundes Lebensmittel handelt. Daher unterstützen wir verantwortungsvollen Fischfang, um einen Unterschied in Sachen Nachhaltigkeit zu machen“, so Daniel Pape, der Fisch im Einkauf betreut. “Wir vermeiden, wann immer möglich, besonders umweltschädliche Fangmethoden – das bedeutet dann auch, bestimmte Fischarten nicht anbieten zu können.”
Zuchtfisch aus Fischfarmen als Lösung?
Wenn die Meere beschützt werden müssen, dann kommt Fisch ab jetzt eben nur noch aus der Fischzucht bzw. Aquakulturen statt aus dem Meer - könnte man nun meinen. Im Jahr 2022 hat die Aquakultur sogar erstmals den Wildfischfang hinsichtlich der Produktion von Wassertieren überholt. Allerdings kommt es auch hier auf die Art und Weise an: Fischfarmen bergen Herausforderungen beim Umgang mit Wasser, Fischfutter und Chemikalien.
Die Mitarbeiter züchten die Fische in sogenannten Hatcheries selbst und lassen sie ihn in großen Kübeln oder Becken vom befruchteten Ei bis zum Fisch heranwachsen. Dazu muss das Wasser ständig in Bewegung und die Temperatur konstant gehalten werden. Was in freier Wildbahn bei einem Lachs zwei bis fünf Jahre dauert, braucht in einer Fischzucht mit konstant optimalen Bedingungen und speziellem Futter nur rund neun Monate. Einmal ausgewachsen, wird der Fisch schließlich in Netzgehege im Meer mit bis zu 25 Metern Tiefe oder in Kreislaufanlagen an Land mit Becken und Tanks überführt. Gezüchtet werden dabei die beim Konsumenten beliebtesten Arten aus dem Meer, wie zum Beispiel Lachs, Wolfsbarsch, Muscheln, Austern oder Garnelen, darüber hinaus aber auch Forellen, Karpfen oder Seesaiblinge. Ein mögliches Problem: Durch die Haltung der großen Mengen an Fisch können Krankheiten entstehen, die auf wildlebende Fische im Meer übergreifen.
Mit dieser und anderen Herausforderungen befasst sich der Aquaculture Stewardship Council (kurz ASC). Produkte, die das ASC-Label, das man ebenfalls regelmäßig beim Einkaufen sieht, tragen, sind nach strengen Vorgaben hergestellt worden. Diese umfassen die Standortwahl und die Wasserqualität, das Fischfutter, den Einsatz von Medikamenten und Chemikalien, die Förderung von Artenvielfalt sowie Arbeitsstandards.