Online-Marktplatz kommt mit Kaufland.es auch nach Spanien

“Wir bieten etwas, was es bisher so in Europa nicht gibt” 

Mit den Niederlanden und Spanien ist Kauflands Online-Marktplatz bereits in neun europäischen Ländern verfügbar. Sebastian Rötsch, Director Internationalisation bei Kaufland E-Commerce, erklärt, was für gelungene Expansion entscheidend ist.  

6. Oktober 2026 | Autor: Dominik Knobloch | Lesedauer: 3 min


 

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Mit der Expansion in die Niederlande und nun auch nach Spanien wächst Kaufland zum größten Marktplatz-Netzwerk aus Europa.

15.000 Online-Händler verkaufen mit Kaufland Global Marketplace europaweit. Erst kürzlich ist der Launch in den Niederlanden erfolgt, jetzt kommt Spanien dazu. Damit wächst Kaufland zum größten Marktplatz-Netzwerk aus Europa, Händler können künftig potenziell bis zu 220 Millionen Online-Kunden in insgesamt neun europäischen Ländern mit ihrem attraktiven Angebot erreichen. Der Kaufland-Marktplatz bleibt also weiter auf internationalem Wachstumskurs.

Sebastian Rötsch, Director Internationalisation bei Kaufland E-Commerce, erklärt, was für gelungene Expansion entscheidend ist.

Ist das Thema Online-Marktplatz gerade international nicht längst unantastbar durch andere belegt?

Sebastian Rötsch: Wer an "Marktplatz" denkt, mag dabei oft zuerst die großen Online-Giganten im Kopf haben. Und in vielen Ländern wie beispielsweise Spanien sind sie natürlich auch sehr relevant – aber in Polen, Rumänien, der Schweiz oder eben auch den Niederlanden haben sich längst auch andere Marktplatz-Anbieter durchgesetzt. Dahinter steckt eine wichtige Verbraucherpräferenz – der Wunsch nach einer echten Alternative aus Europa. Und deshalb bietet Kaufland Global Marketplace genau diese Alternative. 
 

Aber lokale Champions neben Online-Giganten machen den E-Commerce-Markt doch noch umkämpfter, gerade in den Niederlanden. Wie will sich der Kaufland-Marktplatz da durchsetzen?  

Sebastian Rötsch: Indem wir etwas bieten, was es bisher so in Europa nicht gibt. Einen großen, breit aufgestellten Marktplatz-Player aus Europa, der in mehreren Ländern stark positioniert ist. Während andere Plattformen häufig auf bestimmte Kategorien fokussiert sind, bieten wir eine breite Vielfalt in über 6.400 Kategorien. Diese Auswahl kommt von Händlern aus über 9 Ländern und unterscheidet sich dadurch von vielen europäischen Mitbewerbern. Kunden können bei uns sicher und mit gutem Gewissen einkaufen und unsere Händler erfolgreich mit einer Registrierung in wahlweise bis zu neun Ländern verkaufen. Dabei steht der Kaufland-Marktplatz für Preiswettbewerb und faire Bedingungen. Wir garantieren die Einhaltung europäischer Standards für Datensicherheit und Produktqualität, um sowohl den Kunden als auch den Händlern eine zuverlässige und faire Handelsumgebung zu bieten. Gerade in der aktuellen Situation mit all den weltwirtschaftlichen Herausforderungen ist das für viele noch relevanter geworden und die Tür hin zu unserem Weg 'Aus Europa für Europa' hat sich für sie noch weiter geöffnet.


 

Kaufland.es geht direkt als echter Generalist an den Start und bietet mehr als 10 Millionen Artikel.

Im September ist der Kaufland-Marktplatz in den Niederlanden gestartet, Anfang Oktober in Spanien. Wie funktioniert so ein Marktplatz-Launch in einem neuen Land? 

Sebastian Rötsch:  Im Prinzip sind es für die Händler nur ein paar Klicks. Wer bereits registriert und aktiv ist, kann einen weiteren Marktplatze wie Kaufland.nl oder Kaufland.es  in rund 30 Minuten freischalten. Mit unserer eigens entwickelten All-in-one-Lösung, Kaufland Global Marketplace, bieten wir Händlern die perfekte Grundlage für den Markteintritt und die Expansion in Europa. Nur eine Registrierung ist notwendig, um nahtlos auf allen Kaufland-Marktplätzen verkaufen zu können. Genauso wichtig ist, dass wir uns als Partner auf Augenhöhe verstehen – mit fairen, transparenten Konditionen und einem echten Ansprechpartner an der Seite, ergänzt durch ein umfangreiches Servicepaket, das Händlern viele operative Aufgaben abnimmt. Die Multi-Marktplatz-Technologie ermöglicht eine zentrale Steuerung von Produkt-, Angebots- und Bestelldaten aus einem Portal heraus. Darüber hinaus bieten wir zahlreiche zusätzliche Services, wie die Übersetzung und Übertragung von Produktdaten, der Kundenkommunikation und Rechtstexten, 1st-Level-Kundensupport in der jeweiligen Landessprache, die Unterstützung bei der Zahlungsabwicklung mit landesspezifischen Zahlungsmethoden. 
 

Und warum gibt es den Marktplatz jetzt ausgerechnet auch in den Niederlanden und Spanien?

Sebastian Rötsch: Die Niederlande sind aus vielerlei Gründen ein äußerst attraktiver Markt. Bereits vor dem Go-Live von Kaufland.nl waren 1.200 niederländische Händler auf unserer Plattform aktiv. Die Aussicht, dass unser Marktplatz bald auch in ihren Heimatmarkt kommt, hat das natürlich befeuert. Und so konnten wir vom Start weg ein hochattraktives Sortiment auf Kaufland.nl anbieten. Zusammen mit all unseren internationalen Händlern sind wir vom ersten Tag an mit neun Millionen Artikeln an den Start gegangen. Die Niederlande sind vor allem für deutsche Händler eine naheliegende Expansionsoption – allein in Nordrhein-Westfalen gibt es über 2.500 Händler in direkter Grenznähe.
Spanien zählt zu den größten und dynamischsten E-Commerce-Märkten Südeuropas und bietet insbesondere für internationale sowie deutsche Händler ebenfalls hervorragende Expansionschancen, um neue Kundengruppen unkompliziert zu erreichen.


 

Wie läuft es denn bisher in den anderen Ländern?  

Sebastian Rötsch:  Mit seinem Online-Angebot in Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Polen und Österreich gehört Kaufland jeweils zu den größten Marktplätzen. Auch in Frankreich und Italien, wo der Kaufland-Marktplatz im vergangenen Jahr neu gestartet ist, zählt er bereits zu den am stärksten wachsenden Plattformen.  Im vergangenen Geschäftsjahr hat unser Kaufland-Marktplatz insgesamt um 11,9 Prozent im Gross Merchandise Value (GMV) zugelegt  – das internationale Geschäft war mit einem Plus von 124 Prozent einer der stärksten Treiber. Besonders in Osteuropa sind unsere Marktplätze für immer mehr Menschen die erste Adresse, wenn es um Kategorien wie Garten, Heimwerken, Wohnen oder Küche geht. 

 

Was sind aktuell die größten Herausforderungen? 

Sebastian Rötsch: Der E-Commerce-Markt insgesamt steht vor spürbaren Herausforderungen: steigende Kundenerwartungen an Liefergeschwindigkeit und Preis, dazu wachsender Wettbewerbsdruck durch internationale Plattformen, bei denen europäische Standards oft zu kurz kommen. Eine weitere große Herausforderung für Händler ist der Schritt der internationalen Expansion als nachhaltige Wachstumsstrategie. Grund dafür sind oft bürokratische und operative Hürden: unterschiedliche Sprachen, Gesetze, grenzübergreifende Logistik, technische Infrastruktur, lokaler Kundensupport. Bei vielen dieser Punkte bieten wir bereits Lösungen. Als europäischer Marktplatz setzen wir konsequent auf ein sicheres, transparentes Handelsumfeld mit klaren Spielregeln für unsere Händler. Die operativen Hürden lösen wir mit unserer All-in-one-Lösung: Mit nur einer Registrierung können Händler künftig in neun europäischen Ländern verkaufen und potenziell bis zu 220 Millionen Online-Kunden erreichen. 
 

Verbraucher werden anspruchsvoller – was erwarten sie heute von Online-Shops?

Sebastian Rötsch: Moderne Online-Shopper erwarten ein absolut reibungsloses Einkaufserlebnis. Eine große Auswahl ist dabei die Grundvoraussetzung und unterscheidet uns als großen, breit aufgestellten Online-Marktplatz mit 45 Millionen Produkten in 6.400 Kategorien von vielen europäischen Mitbewerbern. Aber heute sucht unser Kunde online nach Produkten schon ganz anders als noch vor zwei, drei Jahren. In LLMs geben Nutzer selten exakte Produktspezifikationen ein, sondern beschreiben ein Problem, das sie lösen wollen. Aus einem "Zyklon-Staubsauger mit 2.000 Watt Saugleistung" wird die Suche nach "Tierhaare vom Sofa entfernen". Hier arbeiten wir bereits heute an Lösungsansätzen. Unser Ansatz: Produkte per KI nicht nur danach kategorisieren, was die vom Hersteller vorgegebene Bezeichnung ist, sondern auch andere Attribute, zum Beispiel, wofür Kunden das Produkt brauchen, vergeben. Wir bereiten uns auf eine Suche vor, die sich näher an den tatsächlichen Kaufmotiven orientieren als starre, manuell gepflegte Filter


Kann der Kaufland-Marktplatz denn überhaupt in Ländern richtig bekannt werden, wo es keine Filialen gibt?

Sebastian Rötsch: Unsere ersten internationalen Expansionsschritte führten uns in Länder wie Tschechien, die Slowakei und Polen, wo wir bereits stationär vertreten waren. 2024 sind wir jedoch in Österreich an den Start gegangen – dort war die Ausgangslage sehr ähnlich wie in den Niederlanden. Verbrauchern in den grenznahen Regionen zu Deutschland war Kaufland eventuell ein Begriff, im Rest des Landes war die Marke weitgehend unbekannt. Auch dort stellte sich die Frage, ob das Modell ohne physische Präsenz funktioniert. Das Ergebnis war überaus erfolgreich: In Österreich stieg die Markenbekanntheit seit Start des Marktplatzes bereits um 24 Prozentpunkte, auf 64%. In Frankreich und Italien, wo wir im vergangenen Jahr gestartet sind, haben wir bereits nach wenigen Monaten am Markt jeweils bis zu eine Million Besucher pro Monat erreicht. Wir wissen heute, dass unser Marktplatz auch in Ländern hervorragend performt, in denen Kaufland nicht im stationären Einzelhandel vertreten ist. 
 

Wann gilt der Launch des Online-Marktplatzes in einem neuen Land eigentlich als Erfolg?

Sebastian Rötsch: Ein Erfolg ist es aus meiner Sicht, wenn wir Kunden gewinnen, die wiederkehren, und wenn wir kontinuierlich an Sichtbarkeit zulegen. Und erfolgreich sind wir nur gemeinsam mit unseren Händlern – ihr Vertrauen und Wachstum sind gleichermaßen die Grundlage für unseren Marktplatz-Erfolg, dem wir zuversichtlich entgegenblicken. Das ist uns mit unserem Ansatz bislang in jedem Markt gelungen, und ich wäre sehr zufrieden, wenn wir dies auch in den Niederlanden erreichen. Dafür wollen wir das Land sowie unsere Händler und Kunden dort genau kennenlernen. Wir wollen jedoch schrittweise wachsen, unsere Markenbekanntheit ausbauen und uns so eine langfristige Position sichern.