Süßwasser bewahren
Wasser ist ein existenzielles, aber auch knappes Gut. Mit der Wasseruhr des Sozialunternehmens World Data Lab wird mittels Datenvisualisierung die Wasserknappheit in Echtzeit dargestellt und prognostiziert. Laut Data Lab leben zurzeit rund 3,1 Milliarden Menschen in Gebieten, die unter Wasserknappheit leiden. Dürren werden die Umwelt weiter bedrohen und die steigende Produktion von Nahrung, Textilien und anderen Konsumgütern verschärft diese Situation. Eine verantwortungsvollere Nutzung der Ressource Wasser ist daher relevanter denn je. Kaufland verfolgt daher zum Schutz von Süßwasser einen ganzheitlichen Ansatz, der von der eigenen Produktion über die globalen Lieferketten bis hin zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung reicht. Denn Wasser stellt die wichtigste Grundlage der Lebensmittelversorgung dar. Weltweit verbraucht die Landwirtschaft rund 70 % des Süßwassers für den Anbau von Rohstoffen und die Tierhaltung. In der eigenen Produktion ist Wasser zudem unverzichtbar für Hygiene, Kühlung und als direkter Inhaltsstoff in vielen der Produkte, die wir verkaufen.
Verantwortungsvollere Nutzung der Ressource Wasser
Im Jahr 2020 haben wir mit einem externen Dienstleister eine Hotspot-Analyse durchgeführt, um die Warengruppen mit dem höchsten Wasserverbrauch und Wasserverschmutzungs-Potenzial zu identifizieren. Dabei wurde ermittelt, dass natürliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Blumen und Pflanzen, tierische Produkte, verarbeitete Lebensmittel, Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel, Kosmetik/Körperpflegeprodukte sowie Textilien jene Warengruppen sind, bei denen besonders hohe Wasserrisiken bestehen. Hotspots liegen vor allem in der landwirtschaftlichen Produktion, insbesondere wegen der künstlichen Bewässerung in Anbauregionen mit einer hohen regionalen beziehungsweise saisonalen Wasserknappheit und wegen des Eintrags von Pestiziden und Düngemitteln. Aufgrund dieser Hotspots haben wir Fokuswarengruppen und Handlungsfelder abgeleitet, in denen wir den Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung anhand der folgenden Maßnahmen systematisch reduzieren werden.
Standards für den Schutz unserer Wasserressourcen
Um den Einsatz und die Verschmutzung von Wasser zu reduzieren, setzt Kaufland auf Zertifizierungssysteme und arbeitet mit verschiedenen Siegelorganisationen wie dem Forest Stewardship Council zusammen. Im Folgenden werden ausschließlich Siegel und Zertifizierungen aufgelistet, die im Rahmen eines damit verbundenen Regelwerks Vorgaben für die Wasserqualität, Abwasserkontrollen, den Erhalt von Bodenfruchtbarkeit, Grenzwerte beim Eintrag von Schadstoffen in Gewässern, einen reduzierten Einsatz oder das Verbot von Pestiziden und Düngemitteln, den Schutz von Wasserressourcen, die schonende Wassernutzung und Nutzung von Regenwasser berücksichtigen.
- FSC - Forest Stewardship Council
- GLOBALG.A.P.
- Bio nach Normen der EU-Rechtsvorschriften
- GOTS organic
- Organic Cotton Standard (OCS)
- Rainforest Alliance
- Fairtrade-Siegel
- Demeter
100 % unserer Obst- und Gemüseerzeuger in den Ländern Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Ägypten, Südafrika, Marokko, Tunesien, Israel, Indien und Chile sind nach anerkannten Wasserstandards zertifiziert.
Eine detaillierte Übersicht aller relevanten Siegel und Zertifizierungen erhalten Sie hier.
Was wir bislang erreicht haben
- 100 % des Eigenmarken-Kaffeesortiments von Kaufland Deutschland waren 2025 nach Rainforest Alliance/UTZ, Fairtrade oder Bio-zertifiziert.
- 99,3 % der kakaohaltigen Eigenmarkenartikel von Kaufland Deutschland enthalten Kakao aus zertifiziertem Anbau, der gemäß Fairtrade, Rainforest Alliance/UTZ oder Bio-zertifiziert ist.
- 100 % des Schwarz-, Grün- und Rooibosteesortiments der Eigenmarke von Kaufland ist vollständig nach Fairtrade, Rainforest Alliance/UTZ oder Bio zertifiziert.
Unsere Strategien zur Reduzierung von Schadstoffen und zum Schutz der Biodiversität
Durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel können Schadstoffe in Wasser und Boden gelangen und die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährden. Kaufland hat deshalb bereits konkrete Maßnahmen in den Bereichen Pflanzenschutz und zur Förderung von Biodiversitätsaspekten umgesetzt.
Pflanzenschutz
Bereits seit 2006 setzen wir uns mit eigenen Projekten gemeinsam mit Lieferanten für eine integrierte Landwirtschaft und die Reduktion sowie Vermeidung von Pestiziden im Obst- und Gemüseanbau zum Schutz der Gesundheit und Umwelt ein. Mit dem Kaufland-Pestizidmanagement haben wir einen systematischen Ansatz entwickelt. Wir reduzieren den Einsatz von Pestiziden messbar und gehen hierbei über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Konsequent treten wir dafür ein, dass Erzeuger Pflanzenschutzmittel nur dann verwenden, wenn es agrartechnisch keine adäquaten Alternativen gibt. Durch unabhängige Kontrollen lassen wir regelmäßig überprüfen, ob unsere Standards eingehalten werden.
Was wir bislang erreicht haben
Bei definierten Erzeugnissen gibt Kaufland mit verbindlichen Spezifikationswerten maximale Rückstandsgehalte für Produkt-Wirkstoff-Kombinationen vor. Für alle anderen Obst- und Gemüsesorten gilt bei Kaufland eine allgemeine Spezifikationsvorgabe. Dazu zählen die folgenden Spezifikationswerte, die zu den strengsten der gesamten Branche zählen. Eine konkrete Auflistung unserer Vorgaben finden Sie außerdem in der Kaufland Ausschlussliste von Pflanzenschutzmitteln.
Pflanzenschutzmittelrückstände im Produkt dürfen eine maximale Auslastung von 33 Prozent des gesetzlichen Höchstgehaltes nicht überschreiten.
Die Wirkstoffanzahl im Produkt darf maximal 5 chemisch-synthetische Wirkstoffe (≥ 0,01 mg/kg) nicht überschreiten.
Für alle analysierten Wirkstoffe gilt eine maximale ARfD-Ausschöpfung (toxikologische Bewertung) von max. 50 % für den Einzelwirkstoff und in Summe aller Wirkstoffe. Hierzu werden alle analysierten prozentualen ARfD-Auslastungen der Einzelwirkstoffe für die Summe aufaddiert.
Alle analysierten Rückstandsgehalte dürfen eine maximale Auslastung von max. 80 % des gesetzlichen Höchstgehaltes in Summe aller analysierten Wirkstoffe nicht überschreiten. Hierzu werden alle analysierten prozentualen Auslastungen der Einzelwirkstoffe für die Summe aufaddiert.
Regenwasser-Gewächshaus im Chiemgau
Kaufland unterstützt den ressourcenschonenden Gebrauch von Süßwasser auch im Rahmen landwirtschaftlicher Kooperationen: Gemeinsam mit dem Landwirt Reichenspurner im Chiemgau hat Kaufland ein mehrere Hektar großes Gewächshaus gebaut, das ausschließlich mit Regenwasser bewässert wird. Dieses wird zuvor über die Dachflächen in einem knapp 50.000 Kubikmeter großen Freibecken neben dem Gewächshaus gesammelt. Auf dem Dach wurde außerdem eine Photovoltaikanlage installiert. Der damit produzierte Strom wird komplett im Gewächshaus eingesetzt. Künftig wird der gesamte Wärmebedarf über Erdwärme abgedeckt. In der näheren Umgebung werden außerdem rund 30 Hektar Blühfläche als Lebens- und Rückzugsraum für Insekten, Vögel und Kleintiere angelegt.
Mit einem breit gefächerten Sortiment von Lebensmitteln, Hygieneprodukten über Textilien bis hin zu Papier- und Holzprodukten sehen wir uns in der Pflicht, biologische Vielfalt zu fördern, denn Biodiversität und Artenvielfalt tragen in erheblichem Maße zum Schutz unserer Gewässer bei. Beispiele für unsere Maßnahmen, die Aspekte der Biodiversität berücksichtigen, finden Sie hier.
Unsere Maßnahmen im Überblick
Einen wichtigen Teil unseres Sortiments machen Textilien aus. Auch hier spielt der Schutz von Süßwasser insbesondere im Hinblick auf den Anbau und die Weiterverarbeitung pflanzlicher Fasern eine wichtige Rolle. Seit 2021 beauftragen wir Lidl (beide Unternehmen sind Teil der Schwarz Gruppe) mit dem Einkauf unserer Non-Food-Eigenmarken. In diesem Zuge produzieren Lieferanten, die Eigenmarken-Produkte für Lidl herstellen, auch für Kaufland. Wir verfolgen das Ziel, dass unsere Lieferanten in der Produktion von Textilien so wenig Wasser wie möglich verbrauchen und dabei den Einsatz von Chemikalien und Energie möglichst gering halten. Die festgelegten Maßnahmen (wie zum Beispiel Umsetzung von Standards, Zertifizierungen sowie Audits) werden auftragsgemäß und federführend von Lidl initiiert und durchgeführt sowie von Kaufland entsprechend unterstützt und umgesetzt.
Ausschließlich zertifizierte Baumwolle nach hohen Textilstandards
Der Anbau von Baumwolle ist traditionell mit einem sehr hohen Wasserverbrauch verbunden. Um diesen bei unseren Eigenmarken und Importen langfristig zu senken, haben wir unser Sortiment in den letzten Jahren vollständig auf zertifizierte Baumwolle (zum Beispiel nach Global Organic Textile Standard, Cotton made in Africa oder Organic Content Standard) umgestellt. Dieser Schritt schont nicht nur die Wasserressourcen, sondern sichert auch faire Arbeitsbedingungen in den Betrieben und verbessert die Bodengesundheit. Denn im Gegensatz zum konventionellen Anbau verzichtet Bio-Baumwolle weitgehend oder vollständig auf chemische Düngemittel und synthetische Pestizide.
Unsere Maßnahmen im Überblick
Insgesamt entfallen rund 30 % des weltweiten Wasserverbrauchs landwirtschaftlicher Erzeugnisse auf tierische Produkte¹. Unter anderem hängt dies mit der Verunreinigung von Grundwasser durch intensive Düngung in der Landwirtschaft und dem Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln zusammen. Ebenso sind die Rodung wichtiger Wasserquellen wie des Regenwaldes zur Herstellung von Futtermitteln sowie der Tierarzneimitteleinsatz in der Nutztierhaltung dafür mitverantwortlich. Um die Ressource Wasser zu schonen, berücksichtigen wir bei der Herstellung von tierischen Produkten deshalb folgende Aspekte:
Wir erweitern unser Bio-Sortiment kontinuierlich. Unsere Prämisse: Alle Bio-Artikel stammen aus streng kontrolliertem Anbau und sind nach EU-Bio zertifiziert. Zudem stärken wir heimische Bio-Landwirtinnen und -Landwirte, bauen langfristige Beziehungen auf und fördern Projekte für Öko-Landwirtschaft. In jeder Warengruppe bieten wir mindestens eine Bio-Alternative zum konventionellen Produkt.
Werden weniger Medikamente in der Nutztierhaltung eingesetzt, kommt es zu geringeren Belastungen von Oberflächen- und Grundwasser. Wir fördern verbesserte Haltungsbedingungen und fordern hohe Hygienestandards, um den Medikamenteneinsatz bei Nutztieren zu minimieren. Dabei unterstützen wir unsere Vertragslieferanten, geeignete Pläne zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes zu entwickeln. Wir setzen uns dafür ein, dass Antibiotika in der Haltung nicht vorbeugend oder über das therapeutisch notwendige Maß hinaus eingesetzt werden. Auf Reserveantibiotika für die Humanmedizin soll möglichst verzichtet werden.
Ein fleischloser Lebensstil führt in erheblichem Maße zu einem geringeren Wasserverbrauch, da für die tierische Landwirtschaft, insbesondere auch für den Anbau von Futtermitteln, große Mengen Wasser benötigt werden. Deshalb führen wir die Kaufland-Eigenmarke K-PLANT BASED. Alternativen für eine vegane und vegetarische Ernährung bieten wir außerdem mit Produkten, die mit dem international anerkannten „V-Label“ gekennzeichnet sind.
Unsere Wälder dienen als großer CO2-Speicher und regulieren Wasserkreisläufe – um der globalen Entwaldung, einer der wesentlichen Ursachen für den Klimawandel, entgegenzuwirken, haben wir uns das Ziel gesetzt, die Entwaldung sowie Flächenumwandlung in unseren Wertschöpfungsketten zu beseitigen. So ist das verwendete Soja in unserer Eigenmarkenlinie K-PLANT BASED vollständig entwaldungsfrei.
Was wir bisher erreicht haben:
Bereits seit 2019 bietet Kaufland kein Rindfleisch aus Brasilien an, da unter anderem die artenreichen Ökosysteme Cerrado und Amazonasbecken massiv von Entwaldung im Zuge der Futtermittelherstellung und Weidelanderschließung bedroht sind.
Mit über 1.000 Markenartikeln bietet Kaufland eine breite Auswahl an vegetarischen und veganen Produkten.
Unsere Mitgliedschaft in der Alliance for Water Stewardship
Im Jahr 2023 ist Kaufland der Alliance for Water Stewardship (AWS) beigetreten. Die AWS ist ein Zusammenschluss aus Unternehmen, NGOs und dem öffentlichen Sektor, der sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasserressourcen entlang der Wertschöpfungskette einsetzt. Hierfür hat die AWS den ersten weltweit gültigen Standard geschaffen, der den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser anhand sozialer, umweltbezogener und ökonomischer Kriterien misst.
Anhand dieser Kriterien verankern wir das Thema Wasser fest in unserem Unternehmen und unserer Lieferkette mit Hilfe der im Folgenden dargestellten Ziele und Maßnahmen. Darüber hinaus bietet die Mitgliedschaft bei der AWS die Möglichkeit zur Weiterentwicklung des Standards, aber auch zum Austausch von Erfahrungswerten und zur Vernetzung mit Fachexperten und Organisationen, um das Thema im Unternehmen, aber auch in der eigenen Lieferkette stärker zu verankern.
Weniger Plastik in Gewässern
Plastikmüll in Flüssen und Meeren belastet nicht nur die Umwelt, sondern stellt als über die Nahrung aufgenommenes Mikroplastik auch eine zunehmende Gefahr für Fische und andere Tiere dar. Fressen die Tiere kleine und größere Plastikteile, die bei der Nutzung und Entsorgung von Plastikprodukten anfallen, kann es dazu kommen, dass sie verhungern, da ihre Mägen mit Mikroplastik gefüllt sind, oder dass sie sich in größeren Plastikstücken verfangen, sich daran verletzen und/oder qualvoll sterben.
Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Kunststoff den größten Teil des Meeresmülls ausmacht (Umweltprogramm der Vereinten Nationen). Unter anderem um die Vermüllung von Gewässern durch Plastik zu verhindern, hat Kaufland zusammen mit den Unternehmen der Schwarz Gruppe die gemeinsame REset Resources-Kreislaufwirtschaftsstrategie entwickelt.
Mehr dazu hier.
Kaufland Leitlinie Wasser
Einen detaillierten Überblick, wie wir mit dem Thema Wasser umgehen und welche Maßnahmen wir bereits ergriffen haben, finden Sie in unserer Leitlinie Wasser.